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Mit anderen Augen – Rezensionen

Michael Omasta. FALTER.maily #650. 21_10_21
Es gibt nicht viele Filmbücher mit einem Anhang von 897 Fußnoten, die ich hier empfehlen würde. Dieses schon, denn Mit anderen Augen von Heike Klapdorim Sommer in der Münchner Edition Text+Kritik erschienen, ist nicht nur profund recherchiert, sondern auch glänzend geschrieben. Die deutsche Doyenne der Filmexilforschung versucht darin, die bisher rein historisch verstandene Begriffskombination “Exil und Film” weiter zu fassen und auf heutige Erfahrungen von Displacement, Flucht und Vertreibung hin zu öffnen. Filmklassiker von Max Ophüls, Peter Lorre, Fred Zinnemann und anderen werden zusammen mit Werken von Christian Petzold, Ruth Beckermann oder den diversen Filmen über Fritz Bauer einer (Re-) Lektüre unterzogen, wobei die Germanistin Klapdor auch literarische und philosophische Quellen in Hülle und Fülle einarbeitet – von Gabriele Tergit bis Siegfried Kracauer, Anna Seghers bis Hans Blumenberg, Ursula Krechel bis Alexis Nouss.

„Es ist die beste Darstellung von Film und Exil, die ich je gelesen habe.“ Guy Stern, Detroit.

Jan-Christopher Horak, Pasadena. In: MEDIENwissenschaft 02.2022
„Es sind schon einige Jahre vergangen, seit die letzten philologischen Werke zum Exilfilm erschienen sind […]. Umso begrüßenswerter ist es, dass die Filmhistorikerin Heike Klapdor jetzt ein Buch über Film und Exil vorlegt, das nicht nur einzelne Filme deutscher Filmschaffender im Exil behandelt, sondern auch Vorstellungen und Interpretationen der Exilerfahrung im Werk der Nachkriegsgenerationen analysiert. Klapdor lässt in Mit anderen Augen ein tiefes und kenntnisreiches Wissen über die deutsche Literatur einfließen, das ihre close readings belebt und in einem erzählerischen Bogen gestaltet. […] Angeschlossen an den spannenden und fast romanhaft lesbaren Text ist eine Bibliografie und ein detailreicher Anmerkungsapparat, der zu weiteren Forschungen durchaus anregt.“
https://www.schueren-verlag.de/zeitschriften/medienwissenschaft.html – den vollständigen Text finden sie hier.

„‘Exilfilm‘ darf nicht auf die Zeit des Nationalsozialismus reduziert werden. In ihrem Buch Mit anderen Augen öffnet Heike Klapdor den Blick auf Heimatverluste in vielen Filmbeispielen, die pointiert beschrieben werden. […] Die Lektüre des Buches ist spannend, es vermittelt viele neue Erkenntnisse.“ Hans Helmut Prinzler, Oktober 2021.
https://www.hhprinzler.de/2021/10/mit-anderen-augen/

Michael Raab, August 2021 in: ekz Bibliotheksservice
„Heike Klapdor behandelt das Thema “Exil im Film von den 1930er-Jahren bis heute”. Ausgehend von der Methode des “close reading” unternimmt sie ein “close viewing” und versteht die Erfahrung des Exils als “eine der zentralen Erzählungen des 20. Jahrhunderts”. Das Spektrum der Regisseure reicht von Georg Wilhelm Pabst und Max Ophüls über Roberto Rossellini und Fritz Kortner bis zu Christian Petzold. Auch eine Drehbuchautorin wie Anna Gmeyner wird im Zusammenhang mit Pabsts “Du haut en bas” (1933) oder dem britischen Propagandafilm “Thunder Rock” (1942) ausgiebig gewürdigt. In ihren Analysen stellt Klapdor ohne zu viel theoretischen Jargon immer wieder aufschlussreiche Bezüge zur Literatur, bildenden Kunst, Musik und Soziologie her. Abschließend untersucht sie die verschiedenen filmischen Umsetzungen von Anna Seghers’ während des Zweiten Weltkriegs in Marseille spielendem Roman “Transit”. Klapdor gelingt die seltene Kombination eines wissenschaftlich fundierten Werks mit fast 900 Endnoten, das gleichzeitig auch für Nicht- Cineasten interessant zu lesen ist.“

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